You are currently browsing the monthly archive for März 2009.

Sie sitzen verloren in der Straßenbahn oder in einer Bar. Sie schlurfen oder trotten langsam und mit gesenktem Kopf auf dem Gehsteig oder durch die Fußgängerzone. Sie gehen langsam und nirgendwo hin. Traurig wirkt der Eindruck auf ihrem Gesicht, manchmal ein bisschen leidend, aber nie um Mitleid bettelnd. Sie starren durch das Straßenbahnfenster ins Nichts oder vor ihre Füße. Vor die Füße, die sie langsam tragen. Selten heben sie ihren Blick und noch seltener treffen sie einen damit. Sie starren durch einen hindurch, falls überhaupt. Was sie umtreibt ist verschieden. Der Tod eines Menschen, der ihnen nahe stand. Oder Trauer um den Verlust einer Liebe. Manchmal nichts konkretes. Eine Stimmung, ein Lied, eine Nachrichtenmeldung. Vielleicht eine Krankheit. Oder jemandem weh getan zu haben. Vielleicht nicht die Wahl gehabt zu haben, niemandem weh zu tun. Vielleicht ein Dilemma, bei dem man mindestens einer Person weh tun musste, die einem nahe war. Trotz all der etwaigen Abgestumpftheit hat sie etwas getroffen. Sie sind traurig. Manche für eine kurze Weile, manche länger. Manche für immer. Sie können nicht sehen, dass die Welt noch nicht alle Schönheit verloren hat. Und selbst wenn sie es können, vertreibt es ihre Trauer nicht. Man sieht sie manchmal. Manchmal im Spiegel. Und obwohl man es von Herzen gern möchte…nie kann man ihnen sagen, dass die Welt noch nicht alle Schönheit verloren hat.

Ordnungen zweiter Art

RSS Twitter

  • Ein Fehler ist aufgetaucht - der Feed funktioniert zur Zeit nicht. Probiere es später noch einmal.